Musikgesellschaft Gächlingen
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Geschichte

Die Geschichte der Musikgesellschaft Gächlingen Im Jahre 1898 wurde von Emil Murbach in Gächlingen erstmals ein Musikverein gegründet, die «Bürgermusik Gächlingen». Leider wurde dieser Verein infolge des Ersten Weltkrieges wieder aufgelöst, obwohl sich die Bürgermusik einer grossen Beliebtheit erfreute. 23 Jahre später, als in der Gemeinde eine Blasmusik aufspielte, sagte Emil Rüedi zu Emil Müller: “Wa maanscht, wemmer en Musikverein gründe?” - “Ich bi sofort iverstande”, entgegnete dieser. Über den Entschluss folgte am 12. Mai 1921 die Gründerversammlung der Musikgesellschaft Gächlingen, wobei die meisten Mitglieder kaum 20 Jahre alt waren. Die erste Zeit war nicht leicht, zumal das nötige Geld fehlte. Einige Mitgründer stellten ihre Kräfte der Forstverwaltung zur Verfügung, um mit dem verdienten Geld Instrumente anzuschaffen. Im Mai 1922 konnten die ersten Statuten des neuen Vereins, von jetzt an der Musikgesellschaft Gächlingen, ins Protokollbuch aufgenommen werden. An der ersten Versammlung wurde Otto Müller zum Präsidenten gewählt. Nach mehrfachem Dirigentenwechsel wurde Emil Rüedi von seinen Kameraden mit einem Jahresgehalt von 40 Franken als Dirigent verpflichtet. So wurde Hürde um Hürde genommen, und die Musikgesellschaft strebte aufwärts. Im Jahre 1927 wurde die Knabenmusik Gächlingen gegründet, die leider nur ein Jahr bestand. 1932 konnte der junge Verein erstmals den Kantonal- Musiktag durchführen, was ein grosser Erfolg wurde. Ein Jahr später, 1933, nahmen die strammen Musikanten ihre erste Uniform entgegen, die mit einem Gartenfest eingeweiht wurde. Von der Innerschweiz über das Appenzellerland und 1934 auch bis Altdorf, überall wurde mit Begeisterung musiziert. Der Zweite Weltkrieg brachte das kleine Vereinsgebäude ins Wanken. Viele Mitglieder leisteten Aktivdienst und konnten selten zu den Proben erscheinen. Nach dem Krieg und der Aktivdienstzeit waren die Reihen wieder geschlossen, die Blasmusik im Dorf erlebte einen neuen Aufschwung, und schon 1947 erhielten die Musikanten zum zweiten Male die Aufgabe, den Musiktag durchzuführen. Die Ziele des Vereins wurden nun höher gesteckt, es gab für die initiativen Musiker immer mehr Auftritte im In- und Ausland, wie zum Beispiel den unvergesslichen Aufenthalt im oberbayrischen Wasserburg am Inn. 1961 konnte dank der Grosszügigkeit der Bevölkerung und der Gemeinde eine neue, zweifarbige Uniform angeschafft werden. Ein Jahr später, 1962, durften die Gächlinger Musikanten den Musiktag zum dritten Male durchführen, im gleichen Zug wurde die neue Vereinsfahne mit allen Ehren eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Musikgesellschaft schon einige Goldlorbeeren in Empfang nehmen, so auch am Berner Kantonal- Musikfest mit Hans Möckels Komposition «Die Reiter von Saignelegier». Ein weiterer Höhepunkt was das 50-Jahr-Vereinsjubiläum im Jahre 1971; damals trat Ehrendirigent Emil Rüedi ins letzte Vereinsjahr. 47 Jahre stellte er sein Wissen und Können der Musikgesellschaft Gächlingen zur Verfügung. Schon eine langjährige Tradition des Vereins ist die Mitwirkung am Zürcher Sechseläuten. Von 1972 bis 1999 spielte die Musikgesellschaft Gächlingen bei der Zunft zur Meisen als Zunftmusik mit. 1978 wurde der vierte Kantonal-Musiktag Gächlingen durchgeführt. Mit diesem Fest wurde auch die unverwechselbare grüne Uniform eingeweiht. Im Dezember 1981 übergaben die Gächlinger Musikanten als erster Verein im Kanton Schaffhausen die Direktion einer Frau. Frau Anita Heller-Götze führte die Musikbegeisterten zielstrebig und mit viel Ausdauer. Der nächste Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte war 1996. In diesem Jahr durften wir unser 75 jähriges Bestehen feiern und zusammen mit dem gemischten Chor den Kant. Musiktag mit Neuinformierung durchführen. 1999 übernahm Max Hell die Direktion von Frau Anita Heller-Götze. Durch die fachkundige Leitung von Max Hell wagten wir uns erstmals bei den Marschmusikparaden an Evolutionen, die wir auch sehr erfolgreich dem begeisternden Publikum vorführen konnten. Auch bei uns blieb die Zeit nicht stehen. Unsere alte Festplatzüberdachung beim Schulhaus wurde sanierungsbedurftig. Das Holzgerüst und die Bedachung kamen in die Jahre, der Zusammenbau wurde immer schwieriger. So entschlossen wir uns, ein gebrauchtes Festzelt anzuschaffen. Am 1. August 2004 durften wir unsere Anschaffung, das jetzt der Stolz des Vereins ist, einweihen und am Herbstfest endgültig seinem eigentlichen Zweck zuführen. Im Jahr 2005 hat sich Max Hell entschieden, das Dirigentenamt niederzulegen. Erfreulicherweise konnte an einer Vereinsversammlung der Vizedirigent Bruno Züst zum neuen musikalischen Leiter gewählt werden. Im Jahr 2007 hat die Musikgesellschaft Gächlingen zusammen mit der Musikgesellschaft Löhningen den Kantonal Musiktag erfolgreich durchgeführt. Im darauf folgenden Jahr folgte die ebenfalls gemeinsame Teilnahme am Schaffhauser Kantonal-Musikfest in Hallau. Zudem wurde das in die Jahre gekommene Vereinsbanner durch eine neue, grössere Fahne ersetzt. Das Design wurde jedoch unverändert belassen - es ist seit 1962 eine treue Begleiterin der MGG, in schönen aber auch schwierigeren Momenten. Nachdem um die Jahrtausendwende rum der Mitgliederbestand auf ca. 20 Aktive gesunken ist, ist dieser dank der Ausbildung in der Blasmusikschule Klettgau-Neuhausen mit jungen Musikantinnen und Musikanten, aber auch mit Eintritten von arivierten Bläserinnen und Bläsern aus der Region auf wieder 30 Personen angewachsen. Im Sommer 2015 gab Bruno Züst den Dirigentenstab weiter. In den zehn Jahren unter seiner Leitung konnte die MG Gächlingen auf kantonaler Ebene viele schöne Erfolge feiern. Insbesondere an den kantonalen Musiktagen in der Disziplin "Parademusik" errang die MGG mehrfach höchste Noten. In der Person von Paul Maurer konnte ein professioneller Dirigent engagiert werden, der ab August 2015 die musikalische Leitung unseres Vereines übernahm. Nach kurzer Zeit zeigte sich aber, dass der Dirigent Paul Maurer und die Gächlinger Musikantinnen und Musikanten im Bezug auf die musikalische Ausrichtung des Vereines nicht übereinstimmten, so dass sich der Verein im April 2016 von Paul Maurer trennte. Schon nach kurzer Zeit konnte in der Person von Felix Meisterhans, Absolvent der Musikhochschule, ein junger Dirigent gefunden werden. Er übernahm die musikalische Leitung des Vereines im Juli 2016. Leider passte auch diese Konstelation nicht zusammen, so dass wir uns im Frühling 2018 von Felix Meisterhans trennen mussten. Vorübergehend übernahmen unsere Vice-Dirigenten Bruno Züst und Christian Salvisberg die musikalische Leitung. Nachdem die Suche nach einen neuen Dirigenten erfolglos blieb, konnte in der Person von Andi C. Hedinger aus Wilchingen ein Übergangsdirigent gefunden werden, der ab Oktober 2019 mit uns das Chränzli 2020 einstudierte. Andi C Hedinger ist ein ehemaliger Berufsmusiker, der in London Dirigat studiert hat, aber schliesslich dann das Physiotherapie-Geschäft seiner Eltern in Wilchingen übernahm. Bange Tage vor dem Chränzli 2020. Wegen des Corona-Virus war lange nicht klar, ob das Chränzli überhaupt durchgeführt werden kann. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Nach Rücksprache mit der Kantonalen Verwaltung und der Gemeindeverwaltung Gächlingen, entschlossen wir uns zur Durchführung. Wie erwartet kamen weniger Gäste als in anderen Jahren, aber die Turnhalle war doch noch etwa zu 2/3 gefüllt. Wir konnten unseren Gästen zeigen, was Andy C. Hedinger in kurzer Zeit aus der MGG gemacht hatte. Mit unglaublich viel Schwung und Tempo ging das Chränzli 2020 über die Bühne. Das Publikum war begeistert. Nur sehr ungern verabschiedeten wir unseren Projekt-Dirigenten Andy C. Hedinger, der uns mit seinen überaus interessanten Proben sehr ans Herz gewachsen war.
© rseel
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